IVD: Geplante Neubauvorhaben reichen nicht aus

19.08.2013

Anstieg der Baugenehmigungszahlen im H1 2013 • In Ballungszentren bleibt Neubau weiter hinter der Nachfrage zurück • IVD fordert mehr Wohnungsneubau in Großstädten

Die Anzahl der Baugenehmigungen in Deutschland ist in der ersten Jahreshälfte 2013 erneut gestiegen. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2012 ermittelte das Statistische Bundesamt eine Steigerung von 9,6 Prozent. Insgesamt wurde der Bau von 124.900 Wohnungen genehmigt. Jürgen Michael Schick, Vizepräsident vom Immobilienverband IVD, begrüßt diese Entwicklung: „Die zunehmenden Baugenehmigungszahlen sind eine gute Nachricht, sowohl für die Immobilienwirtschaft als auch für die Wohnungssuchenden. Der Wohnraum, den die geplanten Bauvorhaben schaffen sollen, reicht jedoch nicht aus, um die angespannte Marktsituation vor allem in den Großstädten zu lindern.“

Baugenehmigungszahlen: Zeichen für einen gesunden Markt

Bei den Baugenehmigungen von Wohnungen in Zweifamilienhäusern konnte das Statistische Bundesamt ein Plus von 13,9 Prozent ermitteln, bei den Wohnungen in Einfamilienhäusern jedoch lediglich von 1,5 Prozent. Den stärksten Zuwachs verzeichneten Baugenehmigungen für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2012 wurden 9.354 beziehungsweise 21,7 Prozent mehr Wohnungen genehmigt. Dieses Ergebnis sei vor allem auf die steigenden Mieten zu-rückzuführen, erklärt Schick. „Nach 15 Jahren zurückgehender Mieten ziehen die Mietpreise seit 2010 wieder an – dieser Nachholeffekt führt auf direktem Wege zu mehr Investitionen in den Wohnungsbau. Zu Zeiten fallender Mieten, wie sie zwischen 1996 und 2010 registriert wurden, sind keine neuen Wohnungen entstanden.“ Der Markt funktioniere wie aus dem Lehrbuch, so Schick weiter.

IVD: Anstieg der Genehmigungszahlen kein Grund zur Euphorie

Auch wenn der IVD die Entwicklung der Baugenehmigungszahlen begrüßt, könnten die Zuwachsraten deutlich höher ausfallen. Insbesondere bei den Mehrfamilienhäusern sei noch mehr Neubau notwendig, um die steigende Wohnraumknappheit in den Großstädten aufzufangen, warnt Schick. „In Berlin zum Beispiel werden jährlich bis zu 10.000 Wohnungen mehr benötigt. In der ersten Jahreshälfte 2013 wurden jedoch nur 4.026 Neubauwohnungen genehmigt“, erklärt der IVD-Vizepräsident. Hinzu komme, dass die Baugenehmigungszahlen mit Vorsicht zu genießen seien: „Nicht alle geplanten Bauvorhaben werden auch fertig gestellt.“ Da Baugenehmigungen drei Jahre lang gelten, müsse man auch Verzögerungseffekte berücksichtigen.

Die anhaltenden Forderungen nach einer Regulierung des Mietwohnungsmarktes, die zum Teil aus Wahlkampfgründen formuliert werden, könnten eine Hemmschwelle für Investoren sein, noch mehr in den Wohnungsneubau zu investieren. „Insbesondere solange das Damoklesschwert der sogenannten Mietpreisbremse über dem Markt schwebt, investieren Bauherren lieber in attraktive Neubau-Eigentumswohnungen und weniger in den Mietwohnungsneubau“, erklärt Schick. Es sei Aufgabe der Politik, den positiven Trend zu mehr Mietwohnungsneubau zu unterstützen. „Die Politik sollte hier zum einen von Regulierungen des Mietmarktes Abstand nehmen. Zum anderen sollte sie den Wohnungsbau mit schnellen Baugenehmigungsverfahren und einer aktiven Ausweisung von neuem Bauland fördern.“ Um den Wohnungssuchenden in den Metropolen zu helfen, gebe es keine andere Möglichkeit als Wohnungsneubau.

Quelle: IVD

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