Dass deutsche Immobilien bei ausländischen Investoren beliebt sind, hat sich in den letzten Monaten vor allem durch den Börsengang der LEG gezeigt. Branchenkenner sehen aber bereits erste jetzt Anzeichen von Schwächungen der Transaktionen, berichtet die „Welt“. Wie lange sind deutsche Immobilien im Ausland also noch begehrt?

Jüngst hatte der Börsengang der LEG gezeigt, dass das Interesse angelsächsischer Investoren an deutschen Unternehmen einmal mehr vorhanden ist. „Welt“-Redakteurin Kathrin Jones packt das Erfolgsrezept auf den Tisch: „Gewohnt wird immer, die Eigentumsquote ist hierzulande niedrig und bei den Mieten ist noch Luft nach oben, schließlich geben die Deutsche im internationalen Vergleich am wenigsten für das Wohnen aus.“

Tendenziell nimmt Jones allerdings an, dass die intensive Phase des Investorenbooms aus dem Ausland zurück gehen wird:

Ein Grund dafür sei, dass die Ansprüche der Investoren wählerischer werden. Das meine zumindest Christian Schlüter, Leiter des Real Estate Investments der Credit Suisse für Zentraleuropa. Die Investoren würden mehr und mehr Risikokäufe meiden, trotzdem läge den Spezialisten für die Transaktionen von Wohnungen mehr Abwechslung am Herzen.

Ein zweiter Punkt sei, dass die die Top-Kriterien für Transaktionen nicht mehr von allen Immobilienanbietern erfüllen werden würden. Ein Beispiel dafür stellt der Verkauf der TLG Immobilien im letzten Jahr dar. Einige der Immobilien seien vor dem Verkauf durch Leerstände gekennzeichnet gewesen. Experten gehen davon aus, dass sich der deutsche Transaktionsmarkt schwerpunktmäßig mehr von Wohn- zu Gewerbeimmobilien entwickelt wird. Das meine jedenfalls Christian Schulz-Wulkow von Ernst & Young Real Estate.

Ein dritter Grund für die Abnahme von ausländischen Investitionen in deutsche Wohnimmobilien könne demnächst in der Bewertung liegen, so Jones. Wohnungsgesellschaften wie „Deutsche Wohnen“ oder die „GSW Immobilien AG“ würden an der Börse längst über ihrem Nettovermögenswert liegen. Die Bestände seien demnach fast ausgeschöpft und Neukäufe wären kaum mehr möglich. Andere große Immobilien AGs hätten damit zu kämpfen ihre Schulden abzubauen. Darunter unter anderem die TAG. Dadurch steige natürlich demnächst auch das Vertrauen in die Wertpapiere. Ergo sinke die Bewertung.

Trotzdem schätzen Experten die Gewinne von Immobilientransaktionen für ausländische Investoren immer noch ziemlich hoch ein. Deutschlands Wirtschaft wachse immerhin weiter und die Arbeitslosigkeit zu anderen europäischen Ländern sei vergleichsweise gering. Ein Einbruch des Marktes sei also nicht in Sicht.

Quelle: BVFI

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